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27. März 2018

STÄNDIG

Auf unserem liebsten Diskussionsportal in einer Fachgruppe der Physiotherapeuten kam es mal wieder auf:
Die Frage nach der „STÄNDIGEN VERARBEITUNG“ und der damit verbundenen Pflicht zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten.

Irgendwann platzt einem der Kragen:

…STÄNDIG…entschuldigt wenn ich dazwischen haue…ich bin nebenbei zertifizierte „Fachkraft für Datenschutz“ und saß letzte woche bei dem verbandsanwalt eines großen physioverbandes…dort habe ich im gespräch mal gerechnet…

…aufgrund welcher DATEN arbeitet ihr eigentlich als physios ?…kommt der patient und sagt „Hier aua – da behandeln!“ ???…

…nein…eure gesamte arbeitsgrundlage, damit auch die berechtigungsgrundlage der praxen, sind BESONDERE DATEN…schützenswürdige daten

…ein rezept, ein terminbuch, kalender und abrechnungssoftware…

…DA ENTSTEHEN DATENMENGEN WELCHE ES TATSÄCHLICH ZU SCHÜTZEN GILT…

…und mit diesen arbeitet ihr STÄNDIG…ohne diese daten gar keine arbeit…

1. er ruft an nennt seinen namen;
2. ihr vereinbart einen termin;
3. ihr tragt den termin im buch oder programm ein;
4. er kommt mit einem rezept;
5. ihr schaut auf das rezept;
6. ihr laßt ihn das eine dokument unterschrieben;
7. ihr laßt ihn das nächste dokument unterschrieben;
8. ihr laßt ihn die zustimmung zur datenverarbeitung (!) unterschrieben;
9. ihr erstellt eine karteikarte;
10. ihr tragt ihn in eurer edv-termin-abrechnungsprogramm ein;
11. er geht in den wartebereich und wird aufgerufen;
12. der therapeut holt ihn ab und begrüßt ihn;
13. er wird behandelt und er unterschreibt auf dem rezept;
14. er bekommt einen folgtermin;
15. den folgtermin termin im buch oder programm eintragen,
16. er kommt zum 2. mal und meldet sich an,
… … …
40. er kommt zum 6. mal und meldet sich an,
41. er geht in den wartebereich und wird aufgerufen;
42. der therapeut holt ihn ab und begrüßt ihn;
43. er wird behandelt und er unterschreibt auf dem rezept;
44. er bekommt einen folgtermin;
45. den folgtermin termin im buch oder programm eingetragen,
46. die abrechung wird erstellt;
47. die abrechnung wird in die abrechungsfirma weitergeleitet;
48. die abrechung kommt zurück als aufstellung;
49. die abrechung wird abgeheftet;

…upps, ich habe die dokumentation für den überweisenden vergessen…nach jeder behandlung und einmal zusammenfassen…fehlen SIEBEN…macht SECHSUNDFÜNFZIG…

…darf ich für diesen einen patienten abrunden ???…
…ihr bearbeitet bei EINEM PATIENTEN an dessen daten FÜNFZIGMAL…

…nur FÜNF neue patieten pro woche sind dann ZWEINHUNDERTUNDFÜNFZIG datenverarbeitungen pro woche…
…das wären EINTAUSEND datenverarbeitungen pro monat…

…wenn das nicht STÄNDIG ist, dann weiß ich es auch nicht…???…ihr etwa ?…

…übrigens eine wohnungsvermietung (zwingender datenschutz) hat im monat weniger datenverarbeitungen…

…und jetzt bitte wird folgendes passieren…
…die beratungsresistenten hier werden wieder rufen „steinigt-ihn“, die anderen werden jammern um festzustellen „Das sind ja gar keine Datenverarbeitungen“ und die anderen, die es vielleicht nun erkennen werden sich beratungshilfe holen…

…es geht auch gar nicht im ersten schritt um die frage „Brauche ich einen Datenschutzbeauftragten oder nicht?“…es geht um die gesetzliche pflicht zur dokumentation, ab einem therapeuten und einem patienten pro jahr müsst ihr seit 1990 eure form des datenschutzes nach dem BundesDatenSchutzGesetz aufzeichnen und bereit halten…der rest ergibt sich von selbst und wird sicherlich als bald geregelt…

…aber bei über ZWÖLFTAUSEND datenverarbeitungen pro jahr, da nicht von STÄNDIG zu sprechen ist FAHRLÄSSIG…